Kornnattern

Die Kornnatter, lat. Pantherophis guttatus, ist eine in Nordamerika heimische Kletternatter. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Südosten der USA bis in den Nordosten Mexikos und ist damit in gemäßigten bis subtropischen Breiten zuhause. Dementsprechend vielseitig kann ihr Lebensraum sein: trockene Gebiete, Sumpfregionen, felsige Landschaften, Laub- und Nadelwälder, aber auch menschennahe Lebensräume wie Scheunen werden bewohnt.

Haltungsgrundlagen

Haltung im Terrarium:

Größe des Terrariums: Eine Kornnatter wird durchschnittlich 90 – 130 cm lang, wahre Prachtexemplare können es aber auch auf 1,80 m bringen. Die Größe des Terrariums hängt von der Größe der Kornnatter ab, idealerweise sollte das Terrarium mit der Kornnatter "mitwachsen", da Jungtiere sich in zu großen Terrarien unwohl fühlen könnten. Generell gilt, dass das Terrarium so lang wie die Schlange sein sollte. Eine Grundlage sowie Richtwerte zu diesem Thema gibt das Gutachten zu den Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien von 1997 des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Hiernach wird die Größe des Terrariums wie folgt berechnet: 1,0 x 0,5 x 1,0 (LxBxH in m) mal der Länge der Kornnatter. Eine 1,20 m lange Kornnatter bräuchte also ein 1,20 x 0,60 x 1,20 m großes Terrarium.

Beheizung: Die Durchschnittstemperatur im Terrarium sollte bei 22 – 28 °C liegen mit einem lokalen Wärmespot von ca. 30°C. Dies kann mit einer Vielzahl von Möglichkeiten erreicht werden, z. B. Wärmematten, Heizkabeln oder -strahlern, Heat Panels oder Wärmelampen. Ich bevorzuge Wärmelampen, die einen lokalen Sonnenplatz erzeugen, da dieser von meinen Tieren gerne und viel genutzt wird. Der Wärmespot sollte auf einer Seite des Terrariums liegen, um ein Temperaturgefälle im Terrarium zu erzeugen. So ist es auf einer Seite des Terrariums warm und zur anderen Seite nimmt die Temperatur gleichmäßig ab. Nachts kann auf eine Beheizung verzichtet werden, wenn die Temperatur in dem Raum, in dem das Terrarium steht, nicht unter 18°C fällt.

Es ist zu beachten, dass zur Temperaturregelung der genannten Heizmittel (Ausnahme Wärmelampen) ein Thermostat verwendet werden muss. Außerdem darf die Kornnatter mit keinerlei elektrischen Geräten in Kontakt kommen können, diese müssen entsprechend abgedeckt und gesichert werden.

Beleuchtung: Kornnattern sind dämmerungs- und nachtaktiv und brauchen deshalb einen Tag-Nacht-Rhythmus, der über die Beleuchtung erreicht werden kann. Im Sommer kann die Beleuchtungsdauer 12 – 14 Stunden betragen, im Winter kann diese reduziert werden (s. a. Winterruhe). Zur Beleuchtung werden keine speziellen Lampen mit bestimmtem Lichtspektrum gebraucht. Ob UV-Licht nützlich oder nötig für Kornnattern sein kann, ist umstritten. Auch hier darf die Kornnatter mit keinerlei elektrischen Geräten in Kontakt kommen können, diese müssen entsprechend abgedeckt und gesichert werden.

Luftfeuchtigkeit: Die Luftfeuchtigkeit sollte 50 – 60 % im Terrarium betragen, während einer Häutung höher, bis zu 80 %. Dies kann durch Sprühen erreicht werden, eine große Wasserschale und eine Höhle, die mit feuchtem Moss gefüllt ist. Es wird geraten, eine solche Höhle oder Box zu jeder Zeit im Terrarium zu haben, nicht nur bei einer Häutung.

Ernährung: Kornnattern fressen im Terrarium hauptsächlich Nagetiere. Wie oft, wie viel und welche Futtertiergröße dabei verfüttert wird, hängt von Alter und Größe der Kornnatter ab. Frisch geschlüpfte Jungtiere sind manchmal kaum groß genug, um einen ganzen Mäuse-Pinky zu verschlingen. Ausgewachsene Kornnattern hingegen verschlingen mühelos große Mäuse oder junge Ratten. Auch hier muss das Futtertier mit der Kornnatter mitwachsen. Eine Faustregel besagt, dass das Futtertier ungefähr so groß wie die dickste Stelle der Schlange sein sollte. Jungtiere müssen deutlich öfter gefüttert werden als adulte Tiere. Hier kann alle 4 – 5 Tage gefüttert werden, bei juvenilen Tieren ca. alle 7 Tage und ausgewachsene Tiere bekommen alle 10 – 14 Tage eine Mahlzeit (gilt nicht für Zuchttiere). Dies sind Richtwerte! Jedes Tier ist individuell und es ist wichtig, sich sein Tier anzusehen und Futtertiergröße und -intervall ggf. anzupassen.

Einrichtung: Bei der Einrichtung des Terrariums sind dem Terrarianer keine Grenzen gesetzt. Deswegen hier nur ein paar grundlegende Elemente, die nicht fehlen dürfen. Es sollten sich mindestens zwei Höhlen im Terrarium befinden, eine auf der warmen Seite und eine auf der kühlen. Mehr Versteckmöglichkeiten sind gern gesehen. Außerdem wird eine Mooshöhle (auch "Wetbox") empfohlen. Eine stabile Wasserschale, die groß genug ist, damit das Tier vollständig darin baden kann, ist unabdingbar und muss zu jeder Zeit sauber und gefüllt sein. Außerdem sollte der Kornnatter die Möglichkeit gegeben werden, ausgiebig durch das Terrarium klettern zu können (die Kornnatter ist immerhin eine Kletternatter). Hierzu können Äste, Korkröhren, Lianen oder andere geeignete Dinge im Terrarium verbaut werden. Als Bodengrund kann eine Vielzahl verschiedener Materialien dienen, wie Erde, Kokoshumus, Rindenspäne oder auch (insb. für Quarantänezwecke) Zeitungspapier. Dabei sollte allerdings nichts aus dem Blumenhandel o. Ä. genommen werden, da diese Substrate meist mit Dünger versetzt sind oder im Fall von (unbehandeltem) Rindenmulch ätherische Öle absondern können, die schädlich für die Tiere sind. Auch Sand ist ungeeignet.

Winterruhe: Eine Winterruhe ist nicht unbedingt nötig, wird aber empfohlen, da es der Lebenserwartung der Kornnatter zuträglich sein kann. Manche Kornnattern werden im Winter auch von selbst inaktiv und stellen das Fressen ein. In diesem Fall und auch, wenn man im nächsten Jahr mit den Tieren züchten möchte, sollte eine Winterruhe gehalten werden. Diese kann 2 – 3 Monate dauern. Zur Vorbereitung der Tiere auf die Winterruhe werden Temperatur und Lichtzufuhr im Terrarium schrittweise heruntergefahren, bis diese ganz wegfallen. Im Vorfeld werden die Tiere nicht mehr gefüttert, damit der Darm während der Winterruhe leer ist und keine Fäulnisprozesse entstehen. Die letzte Mahlzeit sollte 4 Wochen vor dem Verringern von Licht und Wärme gegeben werden. Sind Licht und Wärme aus, kann entweder eine kurze, warme Winterruhe oder ein lange, kühlere gehalten werden. Eine warme Winterruhe kann 4 – 8 Wochen bei kühler Zimmertemperatur betragen, hierbei kann die Kornnatter im Terrarium verbleiben oder in einer separaten Box (Luftlöcher!) an einen kühlen, dunklen Ort gestellt werden. Eine kühle Winterruhe dagegen kann 2 – 3 Monate dauern, bei der Temperaturen von 10 – 15°C herrschen sollten. Da dies in einem Terrarium im Wohnraum nur schwer zu erreichen ist, sollte das Tier in einer separaten Box (Luftlöcher!) an einen dementsprechend kühlen und dunklen Ort, z.B. einen Keller, gestellt werden. Die Tiere befinden sich trotzdem "nur" in einer Winterruhe und sind ab und zu aktiv, deswegen muss eine Wasserschale in der Box sein, die regelmäßig kontrolliert wird. Außerdem sollte regelmäßig der Gesundheitszustand der Kornnatter kontrolliert werden. Falls ein Tier zu viel Gewicht verliert, sollte es aus der Winterruhe geweckt werden. Nach dieser Winterruhe kann das Tier wieder in das Terrarium zurückgebracht werden, wo Temperatur und Licht wieder schrittweise hochgefahren werden. Die erste Futtergabe erfolgt erst nachdem Licht und Wärme wieder vollständig hochgefahren wurden und mit einem kleineren Futtertier als üblich. Es ist ratsam sein Tier vor und nach der Winterruhe zu wiegen, um einen schwerwiegenden Gewichtsverlust zu erkennen.

Interessantes: Die Kornnatter hat ein breites Spektrum an Farb- und Zeichnungsvarianten, die bewusst herausgezüchtet werden können. So gibt es nicht nur wildfarbene Tiere, die hauptsächlich rot, gelb und schwarz als Farben zeigen, sondern auch Farbvarianten, die weiß (Snow), grau (Anery), gelb (Caramel), gestreift oder gepunktet (Striped und Motley) sind sowie viele Weitere.

In meiner Zucht habe ich mich auf die Farbvariante Caramel und Kombinationen mit anderen Genmutationen spezialisiert. Weitere Informationen hierzu könnt ihr auf der Seite "Bestandstiere" lesen.


Verwendete Quellen:

Dietz, P. & Schneider, E.-G. (2010): Ihr Hobby Kornnattern. Ulmer Verlag, Stuttgart.

Glaß, M. & Bohle, D. (2012): Haltungsgrundlagen der Kornnatter. VIVARIA Verlag, Meckenheim.


Nützliche Links:

https://www.farbvarianten-lexikon.de/

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